So
fing alles an
Im Jahr 2008 war es der Sodener Karneval- Gesellschaft vergönnt,
auf ihr 60-jähriges Bestehen zurückzublicken.
Mit Stolz konnte der
Verein sein Jubiläum begehen, denn heute nimmt er im Vereinsleben der Stadt
Bad Soden am Taunus
eine angesehene Stellung ein.
Deshalb möchten
wir Rückschau halten auf die zurückgelegte Wegstrecke und derer gedenken,
die in uneigennütziger Weise zu diesem guten Gelingen beigetragen haben.
Nach dem großen Völkerringen des 2.
Weltkrieges, der seine Spuren auch in Bad Soden hinterlassen hatte,
wollte
jeder endlich wieder leben, fröhlich und glücklich sein.
So fanden
sich am 15. Januar 1948 im damaligen Restaurant Weigand (heute Hotel Concorde) 13 junge Frauen und Männer zusammen,
um als Kappenbrüder und Kappenschwestern
die Karneval Gesellschaft 1948 Bad Soden aus der Taufe zu heben.
Eingetragen ist der Verein mit Datum vom 28.Januar 1948
Als Zweck der Karneval-Gesellschaft wurde festgehalten:
Pflege der Freundschaft und Geselligkeit
Als
Gründer sind unvergessen:
Karl Diebel, Willi Dörr, Hermann Hoffmann,
Eugen Hissenauer, Georg Hufacker, Fritz Lobert, Erna Mappes,
Fritz Müller,
Else Popp, Ernst Sauerbrunn, Hermann Schmalzl, Oskar Schickling, Walter Stork.
Mit sehr viel Eifer und noch mehr Idealismus wurde die große Eröffnungs-Fremdensitzung im Frankfurter Hof
(jetzt Hundertwasserhaus)
am 8.Februar 1948 gestartet.
Der Erfolg gab den Gründern recht.
Zweimal
mußte die Veranstaltung vor ausverkauftem Haus wiederholt werden.
Als
kleine Episode am Rande: Damit der Saal in den kalten Februartagen zur Veranstaltung
richtig angeheizt werden konnte,
mußte als Eintritt von jedem Besucher
ein Brikett zum Erhalt der Eintrittskarte vorgelegt werden.
Auch
war man sich damals schon darüber im klaren, daß für den Karneval
ein Oberhaupt das Zepter führen muß.
Da ein Prinz Karneval nicht
zur Verfügung stand, wurde der Einfachheit halber eine Puppe auf einem Taufkissen
dargereicht
und mit edlem Rebensaft als Prinz „Hubert Ubertus" getauft, der
dann feierlich am Aschermittwoch
unter großem Wehklagen der Mitglieder
verbrannt wurde.
Motiviert durch den erfolgreichen
Start des neuen Vereins wurde ein geschäftsführender Vorstand mit dem
1. Vorsitzenden Karl Diebel, dem 2.Vorsitzenden Hermann Hoffmann, der Schriftführerin
Else Popp und Kassierer Georg Hufacker gewählt.
Von Anfang an war es
das Bestreben der Karneval-Gesellschaft 1948 Bad Soden, neben dem kulturellen
Auftrag des Karnevals,
auch außerhalb der närrischen Tage Veranstaltungen
für die Mitglieder und die Bürgerinnen und Bürger zu veranstalten.
So wurden schon im 1. Jahr des Bestehens diverse Feste mit Tanz und Kinderbelustigung
organisiert.
Zu dem Namen Karneval-Gesellschaft 1948 Bad Soden ist noch hinzuzufügen,
daß dieser Name bis zum 10jährigen Bestehen 1958 beibehalten wurde.
Erst seit diesem Zeitpunkt hat der Verein den Namen Sodener Karneval-Gesellschaft
1948 angenommen.
Beim Amtsgericht Königstein wurde der Verein 1989 eingetragen,
so daß der heutige Name lautet:
SODENER KARNEVAL GESELLSCHAFT 1948 e.V.,
kurz: SKG
DER 1. AUSFLUG, noch vor der Währungsreform
Auch wurde im 1. Jahr gleich eine Fahrt mit dem Omnibus organisiert.
Hierzu
kann man in den ersten Aufzeichnungen folgendes nachlesen:
Am
12. Juni 1948 um 13,30 Uhr stand der Bayer´sche Omnibus zur Abfahrt bereit.
Azurblauer Himmel und strahlender Sonnenschein lösten eine Wärme
von ca. 30° C aus.
Der Asphalt war weich und eine gewisse Schwüle
liess ein Gewitter wünschen.
So ca. 10 Minuten Wartezeit und der
Bus war besetzt.
Das Verdeck war zurückgeschoben und in schöner,
luftiger Fahrt passierten wir das Höchster Rondell,
um auf der
Autoumgehungsstrasse über Wiesbaden nach 80 Minuten Fahrt in Östrich
bzw. Mittelheim zu landen.
Auf der Strandterrasse belegten wir die
Plätze.
Unser schöner Rhein floß durch sein jahrtausendealtes
Bett. Passagierdampfer, voll besetzt, mit Musik fuhren rheinauf- und abwärts.
Das Auge hatte seine Beschäftigung.
Bald kam der gut duftende
Kaffee, und bei Kuchen und Stimmung verbrachten die Mitglieder, der Elferrat und
der Anhang einen schönen Nachmittag. Endlich wurde der organisierte Wein
im Bus verladen und es ging ab nach Östrich zum Abendbrot mit Nudelsuppe.
Jeder Teilnehmer erhielt eine Flasche Wein.
Bei Musikklängen
entwickelten sich bei großer Beteiligung einige gemütliche Stunden.
So zwischendurch wurde das Tanzbein geschwungen.
Mit einem dreifachen
„Gut Stuß“ auf die Karneval-Gesellschaft endete gegen 1.00 Uhr ein gemütliches,
zünftiges Zusammensein.
Unser braver Bus fuhr uns durch die schwüle
Sommernacht bei Humor und Gesang zurück nach Bad Soden.
SKG Veranstaltungen, Karnevalskanonen und Prominente
Seit Anfang bietet die
SKG für die Bad Sodener Bürgerinnen und Bürger fast das ganze Jahr
über Veranstaltungen zu ihrer Freude. Neben den Schwerpunkten in der
Karnevalszeit, beginnend mit dem 11.11., die feierliche
Inthronisation der Prinzessin, dem Gardetreffen, der Prunksitzung, dem Samstag-Maskenball
( seit 1999 Schlager-Disco-Party ) und dem Kindermaskenball, werden das ganze
Jahr über Grillabende, Wanderungen und vor allem am 1. Mai das große
Maifest am Adlerplatz abgehalten.
Der Höhepunkt der ganzen Veranstaltungen
ist jedes Jahr die große Prunk- und Fremdensitzung.
Nachdem
die erste Sitzung im Frankfurter Hof ( heute Hundertwasserhaus) abgehalten wurde,
zog man schon bald in das alte Kurhaus. Um dort auftreten zu können,
mußte die SKG in Verhandlungen mit der amerikanischen Besatzungsmacht treten,
um die Erlaubnis für die Benutzung einzuholen. Da der Kurhaussaal nun
nicht mehr Eigentum von Bad Soden war, gingen die Sitzungen unter dem Motto:
"Jubel,
Trubel, Heiterkeit im gepumpten Kurhaussaal" vonstatten.
Der alte Kurhaussaal
war bis zu seinem Abriß die ständige Narrhalla für die glanzvollen
Sitzungen. Bis zum Wiederaufbau des neuen Kurhauses mußte die SKG eine
Odyssee über die Trinkhalle, danach die Hasselgrundhalle, bis wieder
1983 in das Kurhaus, hinter sich bringen.
Geführt und begleitet wurden
diese Sitzungen immer von einem Sitzungspräsidenten.
In den vergangenen
fast 60 Jahren waren dies:
von 1948 bis 1951 Karl Diebel
von 1952 bis1956 Gerd
Beckert
von 1956 bis 1962 Heinz Popp
von 1963 bis 1986 Winfried Kromer
1987 bis 2006 Toni Ohlenschläger
seit 2006 Mike Napp
Den Präsidenten
gelang es immer wieder, mit Prominenz aus Bad Soden und bekannten Künstlern
aus Funk und Fernsehen Glanzlichter zu setzen. Viel Freude bereiteten:
Kurt
Schumacher als Pauline von Nassau,
Manfred Schäfer war jahrelang als
Protokoller quasi das Aushängeschild,
Ernst Viktor Fellmer als Blasius
Federkiel,
Ingeborg Fellmer war nicht nur 3 Jahre hintereinander Prinzessin,
sondern auch als Bütten- Rednerin ein As,
fast alle Bürgermeister
der letzten 50 Jahre waren ebenfalls in der Bütt, als besonderes Talent Bürgermeister
Just.
Sein Spruch: „ mit gelassener Ruh´ seh´ ich diesem Treiben
zu“, wurde zum geflügelten Wort.
Gerhard Hassler als Büttenredner,
die Gesangsgruppe „ Die Brunnenputzer“,
die Sodener Sänger,
Dieter
Kark als Büttenredner und jetzt Protokoller,
Toni Ohlenschläger
als Protokoller und Renate Krause.
Erinnert sei
hier aber auch daran, daß so bekannte Stars wie Hans-Joachim Kulenkampff,
die Moosacher aus Bayern, das Ehepaar Koch aus Frankfurt, Heinz Schenk, das
Medium-Terzett, die Jakob-Sisters, die Rhein-Main-Bigband, Charly Kaufmann
- Weltrekordler und 2-facher Silbermedaillengewinner, Charly Hay mit seinem unvergeßlichen
Spruch: „ Die war ja so dick“
und Hermann Schmidt-Vockenhausen auf der Sodener
Bühne standen.
In den letzten Jahren freuten wir uns immer ganz besonders auf die karnevalistische Unterstützung aus Königstein mit Heinz Eichhorn und den Schlawinos, aus Flörsheim Schnellredner ( Hobbes ) Hans-Joachim Greb und die unvergleichliche Gabi Elsener als Appolonia, sowie den Musikgruppen aus Mainz, die Käsbachfinken, die Kellermeister und 6 Mal in Folge die Mainzer Hofsänger. 2006 gelang es uns zum 2. mal Andi Ost auf die Bühne zu holen und auch Norbert Roth brachte den Saal zum Toben
Einen
ganz besonderen Reiz erhalten unsere Sitzungen durch das Auftreten unserer Garden.
Hierauf ist die SKG ganz stolz, da ja lauter „Eigengewächse“ mit wirklich
fernsehreifen Darbietungen zur Freude aller ihr großes Können zeigen.
Mit dieser bunten Mischung aus Tanz, eigenen Rednern und Karnevalskanonen
aus der Nachbarschaft wird die SKG in die nächsten 60 Jahre
zu gehen.
Eine große Tradition der SKG ist
auch der Besuch der Prinzessin in den Nachbarstädten.
Waren es in den
ersten Jahrzehnten meist Besuche zu den Sitzungen, so wurde unter der Regie des Vorsitzenden Helmut Witt
die Teilnahme an Karnevalsumzügen in
Eschborn, Kelkheim-Fischbach, Oberhöchstadt und Niederhöchstadt
eingeführt.
Dazu war es erforderlich, einen Prunkwagen für Prinzessin
und Elferrat zu fertigen. Dank unseres Wagenbaumeisters, Kurt Dölling besitzt
der Verein seit 1989 immer einen entsprechenden Prunkwagen, der zusammen mit den
Gardemädchen bei den Umzügen für viel Beifall und Sympathien
für unsere Badestadt sorgt.
Im Jubiläumsjahr 2003 wurde durch Baumeister Peter Gries ein völlig neuer Wagen gestaltet, der fortan der Prinzessin und ihrem Gefolge zur Verfügung steht.
Die
Stadt Bad Soden und Ihre närrischen Regentschaften
Aufgrund ihrer
geographischen Lage als Perle am Taunushang und ihres Titels als Badestadt war
es den Verantwortlichen der SKG von Anfang an klar, daß sie auch im
Karneval eine besondere Rolle darzustellen und diese auch mit einem Symbol zu
dokumentieren haben. Deshalb ist seit 1948 in der Karnevalszeit die Herrscherin
über alle Bürgerinnen und Bürger von Bad Soden Prinzessin Sodenia.
Dieses Amt übt die Prinzessin entweder alleine oder mit einem Prinzen
an ihrer Seite aus.
Während der närrischen Tage unterstehen ihr
sämtliche Staatsgeschäfte der Badestadt.
Der Bürgermeister
hat ihr den Stadtschlüssel als Symbol seiner Untergebenheit zu überlassen;
Sie ist damit der absolute Souverän über alle Närrinnen und
Narren.
Dieses Amt ist mit viel Ehre und vielen
Auftritten während der Kampagne in Soden, Altenhain, Neuenhain und den umliegenden
Ortschaften, wie z.B. Kelkheim, Hofheim, Schwalbach, Steinbach, Eschborn,
Niederhöchstadt, Sulzbach, Königstein usw. verbunden.
Da eine Prinzessin neben
ihrer Ausstrahlung auch gewisse finanzielle Mittel bereitstellen muß,
war
es nicht immer leicht, für die SKG eine würdige Repräsentantin
zu finden.
Für die Uneigennützigkeit und Repräsentationsfreude unserer Prinzessinnen und ihrer Prinzen sei anläßlich des 60-jährigen Bestehens der SKG an dieser Stelle herzlich gedankt.
Die SKG heute
Auch heute nach 60 Jahren
präsentiert sich die SKG als junger, dynamischer Verein, der immer noch seiner Aufgabe,
den Bad Sodener Bürgerinnen und Bürgern
vergnügliche Stunden zu bereiten, gerne nachkommt. Daß die bisherigen Jahre so erfolgreich
verlaufen sind, ist vor allem ein Verdienst der Vorstände und hier vor allem
deren Vorsitzenden.
Auch hier, wie in allen andern vorher aufgezeigten Führungspositionen
zeigt sich eine große Kontinuität.
In den 60 Jahren hatte die SKG
nur 5 Vorsitzende.
Dies waren:
Karl Diebel
Ernst Viktor Fellmer
Heinz
Popp
Wilfried Kromer
1986 - 2007 Helmut Witt
ab 2007 Peter Gries
Sie
alle waren und sind während ihrer Amtszeit hervorragende Steuerleute und
Kapitäne, die das Schiff SKG durch alle Strömungen und Wirrungen, die
in einem so langen Zeitraum auch gerade mal auf einen Karnevalverein zukommen,
sicher um jede Klippe steuerten. So kann der heutige Vorsitzende Peter Gries stolz feststellen, daß die SKG über 200 Mitglieder hat. Die SKG hat
80 Gardemädchen und -jungen und zum Glück so viele aktive Mitglieder, die nicht im Rampenlicht stehen,
dafür aber hinter den Kulissen dafür sorgen, daß alles, was
für eine Veranstaltung benötigt wird, auch reibungslos vonstatten gehen
kann.
"Kinner Kinner, des werd schee - sechzig Jahre SKG"
2008 beging die SKG ihr 60-jähriges Jubiläum und auch die Tanzgruppe ONTARIOS konnte mit 25 Jahren ein tolles Jubiläum verbuchen. Mit einer Schau im alten Badehaus, historischen Fahrzeugen, Kostümen aus den vergangenen 25 Jahren und einem Potpourri aus Tänzen dieser Zeit beging man ein schönes Fest
Im Jahr 2009 konnte die SKG ein weiteres Jubiläum feiern: zum 25. Mal gab es das große Garde-Freundschaftstreffen in der Hasselgrund-Halle. Auch diesmal wurden wieder weit über 50 Tänze mit über 500 Aktiven gezählt.
Rechtzeitig zur Kampagne 2010/11 wurde der Umzugswagen komplett neu gestaltet. Eine neue Lackierung, zugeschnittene und lackierte Embleme statt Folien und diverse neue Accessoires machen den Wagen fit für die Zukunft.
Nachdem im letzten Jahr schon die Musikanlage erneuert wurde, haben wir jetzt auch einen neuen Stromerzeuger und einen Grill an Bord.